Roggen (Secale cereale)
Botanik
Im Gegensatz zu anderen Getreidearten wie Weizen und Gerste ist Roggen ein Fremdbefruchter. Die Bestäubung einer Roggenblüte erfolgt also mit dem Pollen der Roggenblüte einer anderen Pflanze. Diese Eigenschaft macht ihn anfällig für widrige Witterungsbedingungen wie Kälte und Nässe während der Blüte. Kälte und Nässe verhindern unter Umständen ein gleichmäßiges Abblühen des Roggenbestandes. Dies kann dazu führen, dass einzelne Blüten steril bleiben und keine vollständige Körner ausgebilden. Die Roggenähre, in der bis zu 60 Körner ausgebildet werden, ist begrannt.
Anbau
Die Anbaufläche von Roggen schwankt je nach Nachfrage am Markt zwischen 180 ha und 250 ha. Angebaut werden Hybridroggensorten, welche sich durch besonders hohe Ertragserwartungen auszeichnen. Roggen ist sehr anpassungsfähig und stellt nur geringe Ansprüche an den Standort. Er kann deshalb auch auf trockenen, sandigen Standorten angebaut werden.
Verwendung
Verwendung findet Roggen in der Backindustrie. Vorraussetzung für die Eignung als Mahlroggen ist allerdings das erreichen bestimmter Qualitätsparameter, die zwingend einzuhalten sind. Roggen hat nur eine kurze Keimruhe. Das bedeutet, dass im Roggenkorn unmittelbar nach Erreichen der Reife Umsetzungsprozesse in Gang kommen. Die im Korn eingelagerte Stärke wird vermehrt abgebaut, Viskosität und Verkleisterungseigenschaft verringern sich. Damit verliert das Mehl seine Backfähigkeit. Roggen muss deshalb unbedingt sofort nach Erreichen der Vollreife geerntet werden. Auf keinen Fall darf man eine Verzögerung der Ernte durch feuchte Witterung riskieren. Als Faustzahl gilt bei uns, die Roggenernte innerhalb von drei Tagen abzuschließen.