Zuckerrübe (Beta vulgaris)
Botanik
Die Zuckerrübe gehört zur Familie der Gänsefußgewächse. Hierzu zählen unter anderem auch die Futterrübe, Spinat, Mangold und Rote Beete. Im Gegensatz zu den Getreidearten und dem Raps ist die Zuckerrübe eine zweijährige Kulturpflanze. Das heißt, sie blüht erst im zweiten Wachstumsjahr und bildet dann erst Samen aus. Im ersten Jahr wird nur der Rübenkörper gebildet. Er ist eine Speicherwurzel, die Nährstoffe, in erster Linie Zucker, enthält. Diese Nährstoffe werden im zweiten Jahr von der blühenden Pflanze zur Ausbildung von Samen benötigt.
Anbau
Die Zuckerrübenfläche ist im Vergleich zu den übrigen Kulturen gering. Dies liegt an den begrenzten Absatzmöglichkeiten. Von den verarbeitenden Zuckerfabriken sind exakte Liefermengen für jedes landwirtschaftliche Unternehmen vorgeschrieben. Diese Quoten müssen erfüllt werden. Übermengen können nur zu erheblich verringerten nicht kostendeckenden Preisen abgesetzt werden.
Zuckerrüben stellen hohe Ansprüche an den Standort. Sie gedeihen nur auf tiefgründigen, humosen Böden mit guter Wasserverfügbarkeit. Ausgesät werden sie im Frühjahr, sobald der Boden ausreichend erwärmt ist und sich die Gefahr für Nachtfröste verringert. Temperaturen unter – 5°C können zum Erfrieren des Keimlings führen. Der Wasserbedarf der Rübe ist zunächst gering, steigt jedoch mit zunehmendem Wachstum. Eine hohe Sonneneinstrahlung im Spätsommer (Juli-September) ist ebenfalls wichtig. Sie steigert die Assimilationsleistung und führt zu einer hohen Einlagerung von Zucker.
Gerodet werden Zuckerrüben ab Mitte September. Je nach Witterung und Region kann die Ernte bis Mitte Dezember andauern. Anschließend werden die Rüben in Mieten am Feldrand gelagert, um später per LKW in die Zuckerfabrik geliefert zu werden. Die genauen Abfuhrtermine werden von den Zuckerfabriken vorgegeben. Der einzelne landwirtschaftliche Betrieb hat hierauf keinen Einfluss. Werden die Rüben Mitte November oder später abgefahren, müssen die Mieten mit Stroh oder Vlies zugedeckt werden, um die Rüben vor Frost zu schützen.
Verwendung
Wie der Name schon sagt, wird aus Zuckerrüben hauptsächlich Zucker gewonnen. Der Zuckergehalt liegt je nach Sorte und Sonneneinstrahlung zwischen 16 % und 20 %. Die Verarbeitung der Rüben erfolgt in speziellen Fabriken. Die Saat-Gut Plaußig Voges KG besitzt Lieferrechte für Zuckerrüben, sogenannte „Rübenquoten“ für zwei verschiedene Unternehmen in Könnern und Zeitz. Das Lieferrecht garantiert die Abnahme einer bestimmten Menge Rüben zu einem festgelegten Preis. Je nach Qualität (Zuckergehalt, Blatt- und Erdanhang) der gelieferten Rübe wird ein Zu- oder Abschlag auf den Preis gezahlt.
Übermengen werden nur bedingt und zu sehr geringen in der Regel nicht kostendeckenden Preisen abgenommen. Deshalb ist eine vorausschauende Anpassung der Anbaufläche an die natürlichen Bedingungen in jedem Jahr besonders wichtig.
Weitere Verwendung findet die Zuckerrübe in der Ethanol- und Biogasproduktion.